Kleingedrucktes

Die Esskastanie


Die Esskastanie (Castanea sativa)ist ein Baum, der vielfach genutzt wird. Zuerst sind die Früchte zu nennen, die im Oktober zahlreich zu ernten sind. Sie werden landläufig Maronen oder Maroni genannt.
In einer stacheligen Schale stecken eine bis drei braune Nüsse, die herausfallen, sobald sie im Herbst reif sind. Nun kann man sie aufsammeln und verarbeiten.
Als Holzlieferant ist die Esskastanie ebenso beliebt. Das Holz hat einen warmen hellbraunen Ton mit einer feinen Maserung. Es ist witterungsbeständig und ist für Fenster, Türen oder Zäune gut geeignet. Botanisch ist die Esskastanie nicht mit der Rosskastanie verwand, sondern gehört zu den Buchengewächsen.

Maronen


Esskastanien im Garten


Esskastanien werden stattliche Bäume. Sie können ein Alter von 500 Jahren erreichen und bis zu 25m hoch werden. Der Jahreszuwachs beträgt 20 cm. Esskastanien bilden sehr dicke Stämme, die einen Umfang von 10m haben können. Hier beträgt der Jahreszuwachs 15 cm. Der sommergrüne Baum bildet lange gesägte Blätter, die ein mediterranes Flair verbreiten. Die Äste sind vielfältig verzweigt und bilden ein dichtes Blätterdach. Die Krone ist breit ausladend und wirft einen tiefen Schatten. Die Blüten der Esskastanie erscheinen im Mai. Zuerst bilden sich die männlichen Blüten, die lange cremefarbenen Kätzchen bilden. Ein paar Tage später erscheinen die unscheinbareren weiblichen Blüten. Zum bestäuben sind Insekten wie Bienen, Hummeln und Käfer notwendig. Esskastanien sind nicht selbstbestäubend, sie benötigen zur Fruchtbildung einen weiteren Baum in der Nähe. Im Oktober sind die Früchte reif. Man sollte sie möglichst bald verarbeiten. Maronen können getrocknet oder tiefgefroren werden und sind so längere Zeit haltbar gemacht. Der Standort der Esskastanie sollte gut gewählt sein. Besonders junge Pflanzen sind spätfrostgefährdet. Der Boden sollte frisch, locker und tiefgründig sein. Esskastanien ertragen Frost bis zu -20°C. Warme Sommer begünstigen Wachstum und Fruchtreife.

Maronen Bild 2

Die Geschichte der Esskastanie

Die Esskastanie kommt ursprünglich aus dem Kaukasischen Raum, zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Schon in frühmenschlicher Zeit ist sie als Nahrungsbaum und Holzlieferant genutzt worden. In der Antike wurde sie als Obstbaum angepflanzt. Der Weg der Esskastanie setzte sich weiter nach Norden fort und wurde durch die Römer auch bei uns verbreitet. Im Mittelalter war besonders in Gebieten, in denen kein Getreide angebaut werden konnte, die Bedeutung der Esskastanie groß. Aus den gemahlenen Nüssen wurden Brei und Brot zubereitet. Sie galt als Speise der Armen. Eine weitere Verwendung der Maronen war die Fütterung von Schweinen. Das Fleisch von mit Maronen gemästeten Tieren ist besonders schmackhaft.

Staketenzäune aus Kastanienholz

Das Holz der Esskastanie ist sehr haltbar und witterungsbeständig. Traditionell werden Staketenzäune aus ihnen hergestellt. Die von Hand gespalteten Zäune halten etwa 20- 25 Jahre und passen sich harmonisch in die Landschaft ein. Sie sind unbehandelt und nehmen mir der Zeit eine silbergraue Farbe an. Früher wurden Staketenzäune aus Kastanienholz als Weidezaun genutzt. Sie passen aber auch sehr gut als Hauszaun, besonders bei älteren Häusern.